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Donnerstag, 12. Januar 2012

Winterhecke

Wer jetzt an tief verschneites Gesträuch denkt, der liegt weit, weit daneben...


Die Winterhecke oder WinterheckenZWIEBEL, auch Winterzwiebel oder ewige Zwiebel genannt, ist eine aus China stammende Orientalin mit dem klingenden wissenschaftlichen Namen Allium fistulosum.

Sie wohnt seit zwei Jahre in meinem Gemüsebeet. Die 2010 erworbene Jungpflanze wurde vor dem Einsatzen in zwei Portionen geteilt, und hat sich inzwischen prächtig vermehrt. Auf dem schweren, lehmigen Boden meines Gartens gedeiht sie wesentlich besser als die normalen Küchenzwiebeln.

Die Winterhecke sollte eigentlich Sommerhecke heißen, da sie das ganze Jahr über, außer im Winter, saftige Röhrenblätter schiebt. Die haben mir am besten roh als Zwiebel- und Lauchersatz geschmeckt, können auch als Schnittlauchersatz herhalten. Gekocht oder gebraten hat sie mich weniger überzeugt.

Im Sommer stehen an den verdickten, hohlen Blütenstielen hübsche Blütenquasten. Im Winter zieht die Pflanze komplett ein, bisher war sie tadellos winterhart (hat minus 15 Grad im letzten Februar ausgehalten)
Von Schnecken wird sie nur angeknabbert, und die Lauchfliege hat bisher ebenfalls einen Bogen um sie gemacht.

Sonntag, 24. Juli 2011

Süßdolde, Rhabarber und rostige Autos


Die Süßdolde, Myrrhenkerbel oder Spanischer Kerbel gehört zu den Doldenblütlern.
Wissenschaftlicher Name Myrrhis odorata (Syn. Scandix odorata)
Die Staude ist mehrjährig und treibt jeden Mai aus einer dicken, fleischigen Wurzel neu aus.

Die Süßdolde wohnt in meinem Garten neben dem Rhabarber in einem halbschattigen Beet mit besonders schwerem Boden. Ein wenig mehr Abstand zum Rhabaraber, reichlich Kompost und die Teilung der Staude haben zu üppigem Wachstum großer, farnartiger Blattwedel geführt. Das Laub duftet intensiv süßlich nach Anis und Kerbel. Außer als Deko habe ich sie bisher in angesetztem Kräutergeist an Stelle von Kerbel verwendet.
Im Mai wird geblüht - mittelgroße, reinweiße, filgrane Dolden, besonders beliebt bei Schwebfliegen.

Rhabarber (bei mir die Sorte 'Holsteiner Blut') ist ein Knöterichgewächs.
Wissenschaftlicher Name Rheum rhabarbarum

Die Rhabarberstaude ist in wenigen Jahren sehr großgewachsen (die Süßdolde mußte deswegen ein wenig abrücken). Sehr viel Holsteiner Blut hat sich nicht ins Weinviertel verirrt, die Blattstiele sind gerade mal rot überhaucht, und im Inneren grasgrün. Die Blütenstängel sind überaus imposant, ich lasse sie jedes Jahr für die Insekten und für mich zum Bestaunen stehen. Auch wenn es die Pflanze Kraft kostet und ich vielleicht im kommenden Jahr ein paar Stängel weniger ernten kann.
Weniger ist beim Rhabaraber eh mehr, schon wegen der nierensteinförderlichen Oxalsäure, die in den Blättern und Blattstängeln enthalten ist.

Mit dem Kochwasser sollen sich Rostflecken gut entfernen lassen, da die Oxalsäure mit dem Rost zu löslichem Eisenoxalat reagieren soll. Werde meinen heuer 25jährigen VW-Bus mal mit Rhabarberkochwasser waschen, hoffentlich ist nach dem nächsten Regen dann von dem Auto noch was übrig.

Golf, gewaschen mit Rhabarberkochwasser ;-)

Rhabaraber 'Holsteiner Blut' in Blüte

Samenstand Rhabarber

Mittwoch, 1. Juni 2011

Baumspinat

Der Baumspinat oder Riesengänsefuß ist verwandt mit dem weißen Gänsefuß, einem bekannten Ackerunkraut.
Wissenschaftlicher Name Chenopodium giganteum,




Aus den vor zwei Jahren gepflanzten, hübschen Sämlingen hatten sich imposante, an die drei Meter große Pflanzen entwickelt. Zwei Pflanzen durften blühen und Samen bilden, seitdem habe ich alljährlich unzählige Sämlinge im Umkreis mehrerer Meter der Mutterpflanzen.



Ein paar dürfen wachsen, der Rest wird früher oder später als Mulch ausgezupft.
Die Sämlinge mit der purpurroten Blattrosette sind ausgesprochen zierend und füllen so manche Lücke in den Beeten.

Die jungen Blätter peppen jeden Salat auf, der Geschmack ist neutral. Ältere Blätter sind zäh. Der Verwendung als Spinat habe ich die Pflanze bisher nicht zugeführt, da ich grüne, homogene Massen nicht essen mag...

Aber zwischen Schafkäse und Erdäpfel, fest geknofelt, und in Blätterteig gebacken macht sich der Baumspinat ganz ordentlich.

Die Stängel verholzen im Sommer und zeigen ein interessantes rot-gelbes Streifenmuster. Ich habe sie als Stützen für zartere Stauden verwendet, und als ungewöhnliches Dekorationsmaterial.

Montag, 2. Mai 2011

Akeleidenschaft



Im Unterschied zu Häuslbauern, die das Landleben mit einem Mobilklo am Acker beginnen müssen, durften wir ein alt-ehrwürdiges Bauernhaus samt bestehendem Garten übernehmen. Neben der Obstwiese (jetzt Hühner-Obstwiese) gibt es auch einen verwilderten Blumen- und Gemüsegarten mit vielen vagabundierenden Pflanzen...



Als besonders wanderlustig haben sich die zahlreichen Akeleien herausgestellt. Neben älteren, recht üppigen und brav im Beet sitzenden Exemplaren samen sich jedes Jahr viele Jungakeleien aus. Jedes Jahr die selbe Herausforderung: Jäten und eine neue
Variante Petticoats versäumen, oder stehen lassen, und das Gemüse drum herum gruppieren...



An der Vielfalt der Formen und Farbtöne von weiß über rosa und lila bis schwarzviolett, ein- oder zweifarbig, mit und ohne Rüschen, läßt sich erkennen, dass das Gemüse oft ausweichen mußte...